Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Hier könnt Ihr Probleme/Fragen zum Opel Frontera posten.

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Manta-Psycho
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Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Manta-Psycho » Sonntag 8. April 2012, 01:47

So, habe mich etwas in die Materie eingearbeitet und muss sagen: Schwierig und ohne Fachwissen beinahe unlösbar.

Kurz zur Vorgeschichte:

Wie in einem anderen Thema schon geschrieben, habe ich an meinem Motor Fronti B 3,2i, Motorcode 6VD1-W einen übersprungenen Zahnriemen vermutet.

Nach der Zerlegearbeit habe ich nun festgestellt, daß der Zahnriemen stimmt und deshalb weiter gesucht. Nun ist aufgefallen, daß wohl die Auslassnockenwelle der rechten Zylinderbank gegenüber der Einlasswelle verstellt war/ist.

Jetzt zu meiner Frage, die auch nicht eindeutig aus dem WHB, bzw. aus dem TIS hervorgeht, da nirgends erwähnt - nur eine wirklich unauffällige Randnotiz hat das ergeben.

1. Frage
Ich finde auf den Nockenwellenzahnrädern und dem Zwischenzahnrad die Markierungen nur sehr schwer und bin nicht sicher, ob ich die richtigen Markierungen identifiziert habe. Wie sehen diese Markierungen auf dem Zwischenzahnrad genau aus (ich meine NICHT das Zahnriemenrad, sondern das Zahnrad IM Kopf zwischen den beiden Nockwenwellenzahnrädern!) Weder im TIS noch im WHB finde ich dazu eine exakte Beschreibung.


Aber es geht noch weiter:
2. Frage
Wie prüfe, bzw. stelle ich die Nockenwellenzahnräder exakt ein? Der Punkt ist, daß es eine Übersetzung zwischen der Welle des Zylinderkopfzahnriemenrades und den eigentlichen Nockenwellen gibt. Klar, die Gesamtübersetzung zwischen Kurbel- und Nockenwellen beträgt 1:2, aber es findet einmal eine Übersetzung im Bereich des Zahnriemens und eine weitere Übersetzung im Bereich der Nockenwellenzahnräder statt.

Der Punkt ist hier, daß wir (leider) auch die Kurbelwelle und auch die Nockenwellen der linken Zylinderbank verdreht haben und heruasfinden müssen, ob die schadfreie linke Zylinderbank auch wieder in der richtigen Einstellung steht (aufgrund der blöden Zahnradübersetzung im Kopf drin). Muss ich dazu ebenfalls den Ventildeckel entfernen und die Einstellungen überprüfen oder gibt es eine Möglichkeit, dies von außen festzustellen?


Aber das ist immer noch nicht das Ende:
3. Frage
Ist der 6VD1-W nun ein Freiläufer oder nicht. Es geht hier nicht um einen gerissenen Zahnriemen, sondern nur um verstellte Steuerzeiten! Die meisten Meinungen sagen "Nein, kein Freiläufer", aber wenn man hier liest, daß der 6VD1 ein Opel-Motor wäre, so sträuben sich mir die Haare und ich verlasse mich nicht darauf. Lediglich eine Information habe ich dazu gefunden, daß der 6VE1-W ein Freiläufer wäre (ja, der Monti 3,5er). Hat der nur eine größere Bohrung für die Flasche Hubraumunterschied? Wenn ja, ist auch evtl. der 3,2er ein Freiläufer und ich habe Glück im Unglück.


Und es geht weiter - die Hauptpreisfrage:

4. Frage
Kann es sein (ich zweifle daran!!!), daß sich die Zahnräder der Nockenwellen und der Zwischenwelle im Zylinderkopf gegeneinander verstellen? Wie sind die Zahnräder auf der Nockenwelle selbst befestigt? Nur über einen Konus? Unser Problem ist, daß die Zahnriemeneinstellung vor dem Zerlegen korrekt war, jedoch nach der Demontage des Ventildeckels die Einlasswelle zwar stimmte, jedoch die Auslasswelle wohl demgegenüber verstellt war. Es sind keinerlei Schäden an den Zahnrädern oder sonst irgendwo im Zylinderkopf zu finden, auch ein Blick über ein Endoskop in die Brennräume hat keine offensichtlichen Schäden gezeigt (leider war kein Blick hoch zu den Ventilen möglich)


Wer bis hier gelesen hat, will evtl. wissen, was genau geschehen ist:
Na denn:

- Bin ganz normal eines Tages unterwegs gewesen, komme heim, stelle den Dicken ab und gut ist.
- Nach ca. 3 Stunden wollte ich nochmal los und bemerkt, daß der Motor nur recht schwer angesprungen ist. Erster Gedanke: Zahnriemen!!! Sofort stop "gedacht", aber da sprang der Motor schon an - also zumindest der Zahnriemen nicht gerissen - puh!!! Es hat sich aber so "angefühlt", daß ein oder mehrere Zylinder keime Kompression hätten (Motor dreht über Anlasser sehr leicht und schnell)
- Na gut, er lief - also fahren: Keine Leistung, niedriger Leerlauf (gemessen 450 U/Min), gedacht:: "Einfach mal etwas drehen".
- Naja, lange Rede, kurzer Sinn: Die rechte Zylinderbank ist komplett nicht mitgelaufen. Zyndkerzen nass, einige Patscher in den Auspuff, also alles komische Zeichen (und Panikattacken) wegen der Steurzeiten.
- Zahnriemen aufgemacht und geprüft - Einstellung stimmt
- Ventildeckel runter und festgestellt, daß die Auslassnockenwelle NICHT stimmt. (rechte Zylinderbank)
- Nun halt die o.g. Fragen, um keine Fehler (mehr) zu machen - speziell die Markierungen sind wichtig.

Also: Wer hat evtl. Detailbilder aus diesem Baugruppenbereich bei geöffnetem Motor, worauf die Markierungen der Nockenwellenzahnräder ersichtlich sind. Evtl. spezielle Hinweise und Warnungen?


Ach ja BITTE !!!:
Keine Mutmaßungen bezüglich "Opel-Motor". Ich brauche hier konkkrete Ansagen von erfahrenen Schraubern, die sich wirklich mit dem 6VD1-W auskennen.

Natürlich freue ich mich über eine rege Teilnahme hier, aber wenn jemand Tipps zum X25XE oder sonst was geben will, so ist das hier der falsche Platz.

Es wird sicher nicht ausbleiben, daß ich auch die linke Zylinderbank öffnen muss und mir die Geschichte dort ansehe.

Ach, mir ist noch ein Punkt eingefallen:
5. Frage
Die Zahnräder auf den Nockenwellen! Wie sind diese Zahnräder auf den Wellen selbst gesichert? Nur über einen Konus, oder einen Sperrkeil? Dazu ist mir heute aufgefallen, daß das Zahnrad der Einlassnockenwelle direkt ean einem Anschlag der Nockenwelle anliegt (siehe Bild) und das Zahnrad der Auslassnockenwelle etwas Abstand zu dem Anschlag hat (ebenfalls siehe Bild. Kann es sein, daß dies so korrekt ist, oder hat sich das Zahnrad der Auslassnockenwelle gelockert und deshalb die Steuerzeiten verstellt? Das Zahnrad selbst ist fest auf der Welle und konnte von mir nicht bewegt werden. Die Verbindung zwischen Zahnrad und Nockenwelle scheint also intakt zu sein. Ich stehe echt vor einem Rätsel.


Nachfolgend die beiden Bilder:
Bild der (ausgebauten) Auslassnockenwelle - gelb umrandet der Bereich mit dem Spalt, der in meinen Augen nicht sein dürfte:
http://www.flickr.com/photos/78050464@N08/6908957518/

Und hier das Bild der (noch eingebauten) Einlassnockenwelle ohne erkennbaren Spalt:

http://www.flickr.com/photos/78050464@N08/7055048287/

Ich hoffe auf fundierte Antworten.

Am Montag planen wir den Zusammenbau des Motors und einem Teststart. Der Fehler ist zwar gefunden, aber nicht der Grund für den Fehler. Deshalb bin ich auf Eure Hilfe angewiesen.

Und wenn alles nichts hilft, kommt eben der Motor aus dem Schlachter rein.

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Sonntag 8. April 2012, 08:02

Hallo,

Die Untersetzung Kurbelwelle zu Nockenwellen ist immer 2:1!

Sollten dazwischen Unter- oder Übersetzungen sein, so ergibt die Gesamtuntersetzung generell 2:1, anders läuft ein 4-Takt-Ottomotor nicht!

Es sollte daher akribisch nach Herstellervorschrift die Einstellung vorgenommen werden.

Wenn man etwas an so einem komplexen Ventiltrieb zerlegt, ist man gut damit beraten, sich vor dem Lösen Markierungen zu machen und/oder zu fotografieren, damit man den vorherigen Zustand wieder ohne Verwechslung herstellen kann. Auch ganz wichtig ist es, Aus- und Einlassnockenwelle untereinander nicht zu verwechseln, sonst ist das Chaos perfekt!

Was den Spalt zwischen Nockenwelle und Zahnrad angeht, kann ich nicht sagen, ob das so im Original ist, aber man sollte kontrollieren, ob die Zahnräder,wenn die Wellen eingebaut sind, sich auf gleicher Lage befinden, oder um das Spaltmaß versetzt ineinander greifen.

Sollte ein Versatz festtellbar sein, wäre die Theorie moglich, dass sich das Zahnrad auf der Nockenwelle bewegt oder sogar verdreht hat.

hmm Eigentlich braucht Ihr doch nur an dem Motor des Schlachtfahrzeuges nachsehen, wie es da ist.

Eine weitere Möglichkeit der Steuerzeitenüberprüfung wäre anhand des Steuerdiagramms und Gradscheibe zu prüfen, bei welcher Kurbelwellenstellung die Ventile öffnen und schließen. Dann wüsste man ganz genau, ob sich was verstellt hat.

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jj.77
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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von jj.77 » Sonntag 8. April 2012, 10:40

Da sehe ich deutliche Parallelen zu den Symptomen meines Motors:

http://forum.opel4x4.de/phpBB/viewtopic ... ght=#95859

Da sind auch unnötigerweise die Köpfe runtergeholt worden, was nach meiner heutigen Meinung dazu geführt hat, dass der Motor anschließend Wasser verbraucht hat. Ein erneuter Wechsel der linken Kopfdichtung hat die Sache nur kurzfristig behoben. Im Ergebnis habe ich vor zwei Wochen den Motor meines Schlachters einbauen lassen.

In irgendeinem Thread habe ich gelesen, dass die bei Autodata angegebenen Steuerzeiten nicht stimmen und der Riemen um 1 Zahn versetzt montiert werden muss. So hat es mein Schrauber nach dem Tipp hier aus dem Forum auch gemacht und das Auto lief - Kopfdemontage einschließlich Folgeschaden war völlig überflüssig.

Ich will Dir damit sagen, dass das Abnehmen der Köpfe die allerletzte Lösung sein sollte.



EDIT:

hab´s gerade gefunden. Frontmann hat hier Zeichnungen gepostet, die von Autodata abweichen. Das sind die Daten, nach denen mein Motor wieder ans Laufen kam.

http://forum.opel4x4.de/phpBB/viewtopic.php?t=8966
Mit Gruß aus Haan
Joachim


Gebrauchtteile für Frontera B (keine für den A): http://stores.ebay.de/frontera-b-teile-haan
-- Bitte keine SMS schicken, das Handy ist oft tagelang aus. --
Detailfotos Frontera B: http://forum.opel4x4.de/viewtopic.php?p=155601#155601
Unterschiede Frontera B: http://forum.opel4x4.de/viewtopic.php?p=195460#195460

Manta-Psycho
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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Manta-Psycho » Montag 9. April 2012, 01:13

@Frontmann:
Danke für die Erläuterung, soweit ist das natürlich klar und ich würde das Ding nicht auseinandernehmen, wenn ich mir da nicht sicher wäre. Auch die Gesamtübersetzung Kurbel-Nockenwelle (bzw. Untersetzung) ist mir klar, jedoch aufgrund des Zahnradgetriebes im Kopf interessieren mich die einzelnen Übersetzungen, also KW auf NW-Zahnriemenrad - und dann eben von der Welle Zahnriemenrad auf die Nockenwellen - und zwar einzeln.

Aber irgendwann kommt man auch als erfahrener Schraubär an eine Stelle, wo Neuland beginnt und das ist hier beim 6VD1-W eben bei mir der Fall.

Der Motor wird sicher wieder laufen, sofern sich kein Ventilschaden herausstellt. Auch die Köpfe bleiben drauf.

Eine Messung mit Gradscheibe ist bei abgenommenen Zahnriemen und ausgebauter Nockenwelle nicht möglich. Auch sind die Nockenwellen eindeutig markiert und deshalb nicht verwechselbar (wenn man auf die Markierungen achtet).

Enzig die Frage, ob sich das Zahnrad auf der Nockenwelle überhaupt verdrehen könnte (theoretisch) gilt als dringendste Frage, da wir (noch) nicht herausgefunden haben, wie das Zahnrad auf der Welle fixiert ist. Ich weiss von neuren Opel-Motoren, daß die Antriebsräder sogar nur noch über einen Konus befestigt sind, was mich aufgrund der Gefahrt der Verstellung zur Nockenwelle doch sehr wundert.

Ist das Zahnrad beim 6VD1-W aufgepresst?

Der Motor aus dem Schlachter wird nicht geöffnet, da absolut trocken und einwandfreie Funktion. Wenn wir am beschädigten Motor nicht weiterkommen, wird der Motor aus dem Schlachter umgebaut - ohne Öffnung des Motors.

Allerdings weiss ich auch, daß die Auslasswellen rechts und links identisch sind und nur eine unterschiedliche Einbauposition haben . werde also mal den linken Ventildeckel abnehmen und mir dort die Verbindung Nockenwelle-Zahnrad genau anschauen.

@JJ:
Danke für die Info. Ich habe hier das TIS2000. Die Daten von "Autodata" sind mir nicht bekannt, werde aber mal die Angaben von Frontmann mit dem TIS vergleichen.

Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für die Hinweise und Tipps. Werde natürlich weiter berichten und freue mich auf Informationen, die hier vielleicht gesammelt werden können.

Angefügt nach 5 Stunden 58 Minuten:

Spontane Idee - zur Arbeitsersparnis:

Hat evtl. zufällig jemand ein Bild von einer der Auslassnockenwellen im vorderen Bereich um zu erkennen, ob da ein Spalt zwischen Zahnrad und Nockenwellenanschlag ist?

Wäre prima, wenn ich da sehr kurzfristig per Email bekommen könnte, da wir morgen (also heute, Montag) noch einmal einen Zusammenbau wagen würden. Email: mantapsycho@googlemail.com

Das ganze wäre natürlich sinnlos, wenn der Spalt nicht sein darf.

Auch gibt es in den technischen Unterlagen nirgends einen Hinweis, ob das Zahnrad auf der Nockenwelle eine bestimmte Position haben muss (natürlich muss es eine bestimmte Position haben), bzw. Markierungen dazu, und auch keine Infos, wie das Zahnrad montiert ist. Die Vermutung einer Verpressung liegt natürlich nahe und würde bedeuten, daß die Welle Schrott ist. Eine Schraubverbindung ist nicht zu finden.

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Montag 9. April 2012, 08:43

wozu benötigst du die Einzelübersetzungen? Du machst dich da nur unnötig verrückt. Ausserdem liessen sich diese ganz einfach ausrechnen, die Grundrechenarten genügen und ich bin mir "fast" sicher, dass 2:1 rauskommen wird. :ironie:

Da es die Nockenwellen nicht ohne Zahnrad gibt, kann ich dir nicht sagen, wie es darauf fixiert ist. Wenn man jedoch den Zeichnungen glauben darf, sollen Federscheiben, bzw. Keile verwendet sein.

Was ich allerdings nicht verstehe ist, dass es dir zuviel Aufwand ist, den Ventildeckel am Ersatzmotor abzunehmen um das Geheimnis zu lüften. Sicher ist es auch für uns mit Mühe verbunden, anhand von Unterlagen und Tante Google etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Da wäre etwas Engagement und ein Steckschlüssel in der Hand angesichts der Größe deines Problems sicher nicht zuviel verlangt.

Manta-Psycho
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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Manta-Psycho » Montag 9. April 2012, 10:48

Offensichtlich gibt es da ein Missverständis. Entschuldige das bitte.

Es ist mir nicht zu viel Aufwand - ich will den ERsatzmotor aus Prinzip nicht öffnen, da dieser dann ohne weitere Zerlegearbeiten getauscht wird, wenn wir den jetzigen Motor nicht hinbekommen. Aber das habe ich ja schon geschrieben.

Ich werde heute den zweiten Zylinderkopf öffnen und die Auslasswellen vergleichen.

Und es gibt sehr häufig Fans, die vielleicht ein passendes Bild auf dem PC haben und dieses schnell veröffentlichen können. Ich erwarte das ja nicht von Dir, Frontmann.

Und wenn mir das zu viel Aufwand wäre, dann hätte ich wohl sicher nicht mühsam dieses Thema gestartet, Bilder gemacht usw.

Da nun ja offensichtlich keine weiteren Informationen verfügbar sind, werde ich ohne weitere Rückfrage hier im Forum das Problem lösen. Nur eine Grundsatzdiskussion wollte ich mit diesem Thema nicht anstoßen. :meinung:

Werde dann hier berichten, was das Problem war - für die, die es interessiert und vielleicht mal (wie JJ) vor dem gleichen Problem stehen.

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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von wolkentanz92 » Freitag 13. April 2012, 15:42

Hallo,
hatte gleiches Problem mit Monterey 3,5 V6,also mal abgesehen vom Hubraum fast der gleiche Motor.
Habe lange gebraucht um das Prinzip zu verstehen--und keiner kennt sich wirklich damit aus!
Aber---ich habe es verstanden.
1. Die Kurbelwelle hat zwei Markierungen auf der Oelpumpe 1. 11-Uhr 2. 3 Uhr
In Fahrtrichtung rechte Zylinderreihe 1,3,5- Kurbelwelle auf 3-Uhr-Markierung stellen, Markierungen auf Zahnrad Auslass+Einlasswelle haben jeweils einen Punkt. Diese Punkte müssen mit den Punkten
auf dem Zwischenrad fluchten.Die Kerbe auf dem Zahnriemenantriebsrad 1,3,5 steht dann auf Markierung am Ventildeckel.

2. In Fahrtrichtung linke Zylinderreihe 2,4,6.
Kurbelwelle auf 11- Uhr ( 1. Zyl. Zünd -OT )-Markierungen auf Zahnrad Ein-u. Auslasswelle haben jeweils zwei Punkte.Diese müssen mit den Punkten auf dem Zwischenrad fluchten.Die Markierungen auf dem Zahnriemenantriebsrad ( die Halbmonde ,nicht der Strich) stehen jetzt auf Markierung am Ventildeckel.
Wenn der Motor jetzt auf 3-Uhr gedreht wird, fluchten diese Markierungen mit denen auf dem Ventildeckel.

Lg Heiner
:wink:

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Freitag 13. April 2012, 16:27

Bild

Wenn man als Erstes sicherstellt, dass alle drei Markierungen auf Zahnriemen und Kurbelwellenrädern gemäß obiger Zeichnung fluchten und danach, die Markierungen der Nockenwellenzahnräder kontrolliert, sollte die Einstellung abgeschlossen werden können.

Auch sieht man im Bild, wie die Nocken der vorderen Zylinder stehen sollen.

Eine markierung auf der 11:00 Uhr Position kann ich nicht erkenne und in den Unterlagen ist auch keine Rede davon.

Bild

Bild

Bild

wolkentanz92
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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von wolkentanz92 » Samstag 14. April 2012, 08:41

Hallo ,
es ist richtig,daß von der 11-Uhr -Markierung keine Rede ist,daß ist ja auch das Problem.Ich habe das auch erst verstanden,als ich alle Zündkerzen rausgedreht hatte,und 6 gleichlange Schweißdrähte in die Kerzenlöcher gesteckt habe,um die Position der Kolben zu ermitteln. Laut den Zeichnungen kannst Du wohl einen Zahnriemen wechseln,aber keine ausgebauten Nockenwellen wieder einstellen.Glaube es mir,ich habe es selbst gemacht,und fast verzweifelt. Auch Opel (ETAC) selbst hat mir viele Zeichnungen auf Deutsch und Englisch zugeschickt.Auch nach diesen Einstellungen lief der Motor nicht.Nach langem Überlegen und Probieren habe ich die Nockenwellen erst ungefähr so eingesetzt,daß sie mit dem jeweiligen Zylinder Zünd-OT (Kolben) gepasst haben,und siehe da,der Motor lief.Anschließend habe ich nach Markierungen geschaut,die meine Theorie bestätigen.Ich musste die Wellen teilweise noch ein bis zwei Zähne versetzen,dann passten auch die Markierungen die ich ansprach. Und--das ist das kuriose an der Geschichte-- die vorgegebenen Bezugspunkte von Opel stimmen nicht !! Da kannst Du tausendmal kontrollieren,da verzweifelst Du, ehrlich. Bin selbst 25 Jahre bei Opel,habe viele Motoren zerlegt und zusammengebaut,aber für diesen Motor habe ich geschlagene zwei Wochen gebraucht ,um ihn wieder zum Leben zu erwecken.Manchmal läufst du einfach weg, lässt ihn einen Tag stehen ,um deinen Kopf frei zu bekommen.Doch irgendwann kommst du auf die Lösung....................... idee

Grüsse Heiner

Ps.: Und glaube nicht,daß Dir einer mit diesem Motor helfen kann,es sei denn,man hat ihn schonmal selbst auseinandergehabt. :meinung:

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Samstag 14. April 2012, 09:08

Bei einem V-Motor, wo sich zwei Pleuel einen Kurbelzapfen teilen, sind die Kolben der gegenüberliegenden Zylinder nie zusammen in OT und UT. Von daher muss man sich immer auf den 1. Zylinder beziehen, auch wenn der vorderste der anderen Zylinderbank dann logischer Weise irgendwo zwischen OT und UT liegt.

Ich denke daher, daß ein Denkfehler begangen wird, denn das treibende Zahnrad ist ja fest mit dem Nockenwellen-Zahnriemenrad verbunden.
Wenn der Zahnriemen richtig aufgelegt ist, kann man ganz einfach die Nockenwellen so montieren, daß auch ihre Markierungen fluchten. Möglicherweise muss man den Motor etwas drehen, dass das treibende, zentrale Nockenwellen-Zahnrad die entsprechende Position einnimmt.

Das heißt, dass die Markierungen der Nockenwellen nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit fluchtenden Zahnriemenmarkierungen zu sehen sein müssen.


Deutlicher wird dies, wenn man es anders herum macht:

Man montiert die Nockenwellen bei entferntem Zahnriemen so, daß die Markierungen fluchten. (Berührung der Ventile mit Kolben müssen ausgeschlossen sein). Danach montiert man den Zahnriemen nach Vorschrift und schon passt es auch.

Wenn ich solche Arbeiten an einem mir unbekannten Motor durchführe, schaue ich mir das Ganze vor dem Zerlegen an und mache ein paar Fotos, bzw. eigene Markierungen als Gedankenstütze.
Vorraussetzung ist natürlich, daß der Motor vorher richtig lief und die Einstellung passte.

Wichtig ist ja auch, daß der Zahnriemen selbst auch Markierungen hat, die bei einem gelaufenen Zahnriemen nicht mehr sichtbar sein können.

Zu beachten ist auch, daß auf einigen Nockenwellen-Zahnrädern Markierungen für die linke und die rechte Zylinderbank angebracht sind.

Bild


Bild



Bei Verwechslungen kann es also auch nicht klappen und man sollte auch wissen, daß rechts und links immer in Fahrtrichtung zu sehen ist. Wenn man davor steht, ist es ja gerade anders herum.

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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von wolkentanz92 » Montag 16. April 2012, 14:05

Hallo,
soweit die Theorie,leider sieht die Praxis anders aus,habe selbst diesen Motor auseinandergehabt,
ich weiß schon wovon ich rede.Wenn es so einfach wäre,wäre diese Debatte sicherlich garnicht erst aufgekommen........... :meinung:
Lg Heiner

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Montag 16. April 2012, 15:10

Du meinst also, die Markierungen seien falsch? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dem so ist. Vielmehr denke ich, dass V-Motoren für manche ein Buch mit 7 Siegeln sind.

In meinem Ersten Bild http://up.picr.de/10135522qq.jpg Teil Nr. 2 ist zu sehen, dass an der Zylinderbank in Fahrtrichtung rechts die Markierungen von Zahnriemenrädern und Nockenwellenrädern fluchten.

An der linken Zylinderbank fluchtet nur die Markierung des Zahnriemenrades (Teil Nr. 5) mit der des Ventildeckels, die Marken der Zahnräder hingegen nicht.

Daher ist der Motor dann so weit zu verdrehen, dass die Markierungen des treibenden Zahnrades sichtbar werden und mit denen, der Nockenwellen in Flucht kommen. Dass dabei das Rad der Kurbelwelle nicht mehr auf Zünd-OT des 1. Zylinders steht ist klar und gut möglich, dass die KW-Radmarke dann auf ca. 11 Uhr steht.

Ein großes Autohaus, das neben VW, Audi und Porsche auch Opel mit ins Programm aufnahm, hatte selbiges Problem an einem MV6 nach einem Kopfdichtungstausch.
Ergebnis: eine Zylinderbank war ohne Kompression. Der Monteur hatte keinen Plan mehr wie es weiter geht. Nach ettlichen Telefonaten konnte dann das Problem gelöst werden, in dem Schritt für Schritt nach Herstellervorgaben gearbeitet wurde und siehe da, der Motor lief dann.

Ursache: Teile vertauscht und über die eigenen Theorien gestolpert und von den Herstellervorgaben abgewichen, da geglaubt wurde, es könne so nicht sein.

Der Riementrieb ist übrigens mit 26 zu 39 Zähnen und am Nockenwellentrieb mit 30 zu 40 Zähnen untersetzt.

Manta-Psycho
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AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Manta-Psycho » Dienstag 17. April 2012, 02:09

Na, da gibt es doch mal ein paar Ansätze.

Danke allen, auch Dir Frontmann für die (für mich) wertvollen Daten, Hinweise und Tipps.

Deine Zeichnungen sind übrigens besser aufgelöst, also die Skizzen im TIS und auch in meinem WHB (welches identisch mit den TIS-Daten ist).

Da kann man wenigstens was erkennen.

Wir haben nun in den letzten Tagen alles noch einmal kontrolliert.

Übrigens auch der ursprüngliche Fehler wurde lokalisiert, und zwar:

... war das verpresste Zahnrad an der rechten Auslassnockenwelle nicht mehr ganz am Anschlag und hat sich wohl etwas auf der Welle verdreht (Vergleich mit einer zweiten Nockenwelle von jj77 (Danke Joachim) und auch der baugleichen Welle in der linken Zylinderbank).

Da die Einstellmarkierungen aber direkt auf dem Zahnrad und keine weiteren Markierungen zwischen Zahnrad und eigentlicher Nockenwelle vorhanden sind, ist dieser Fehler praktisch nicht so leicht zu entdecken - nur Mutmaßungen über die falsche Nockenstellung, die wir vorher angestellt hatten und aufgrund dessen wir eine Ersatzwelle besorgt haben sind möglich.

Wie die Verpressung der Nockenwellenzahnräder direkt auf der Nockenwelle konstruktiv aussieht, wissen wir leider nicht (Nut o.ä. ist nicht zu entdecken). Auch sitzt das Zahnrad trotz der "Wanderung" immer noch bombenfest, nur stimmen die Nocken im Vergleich zum Zahnrad mit der Ersatzwelle und der Welle in der zweiten Zylinderbank nicht überein, wobei es ja die identischen Wellen sind.

Mangels einer Presse bin ich leider auch nicht in der Lage, die defekte Nockenwelle endültig zu zerlegen.

Da ich aufgrund meines Umzuges einfach keine Zeit mehr habe an dem Motor zu arbeiten, lasse ich nun in einer (teuren) Münchener Werkstatt den Ersatzmotor aus dem Schlachtfahrzeug einbauen. Termin habe ich letzte Woche vereinbart und voraussichtlich morgen wird der Wagen direkt bei mir abgeholt.

Und @All:
Ich bin kein blutjunger Anfänger mehr und habe durchaus Erfahrung, was Motorentechnik angeht. Ja, das ist mein erster offener 6VD1 aber: JA, gewissenhaft und exakt nach WHB vorgehen kann ich auch und JA, Markierungen erkennen kann ich auch und JA, rechts und links kenne ich am Fahrzeug.

Was mich hier am meisten nervt, sind Kommentare wie: Lass es sein, wenn du es nicht weisst. Würde mich mal interessieren, ob andere den 6VD1 schon seit ihrer Geburt von innen kennen, oder auch irgendwann einmal ZUFÄLLIG das erste mal an einem V6 gearbeitet haben und dann schon alles wussten, was dieser Motor evtl. für konstruktive Eigenheiten hat.

Übrigens ist der 6VD1 definitiv nicht mit den Opel Ecotec-V6-Motoren vergleichbar. Nicht mal ansatzweise. Das einzige, was die gemeinsam haben, sind sechs Zündkerzen.

Nix für ungut. Im Frontera steckt mittlerweile so viel Geld, daß es auf 2000,- € hin oder her auch nicht mehr drauf ankommt. Er wird also gerichtet und kommt wieder auf die Straße.

Den ausgebauten Motor werde ich mir nach meinem Umzug noch einmal genau ansehen und evtl. sogar in den Schlachter für einen Testlauf reinhängen. Wichtig ist jetzt erst mal, daß mein Auto für den Umzug läuft.

Frontmann

AW: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Dienstag 17. April 2012, 08:59

Ganz so verschieden sind die Motoren sicherlich nicht und das Rad wurde mit dem 6VD1-W auch nicht neu erfunden. Fakt ist aber, dass du dich schon von den Übersetzungen der Motorsteuerung irritieren hast lassen, was ja völlig unerheblich für eine Reparatur ist.

Auch habe ich geschrieben, dass die Zahnräder der NW mit einem M5 Bolzen gesichert ist. vermutlich ist dieser gebrochen oder abgeschert worden, oder fehlte sogar.

Sei's drum, wir haben dennoch aus dem Fall etwas lernen können.

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von jens313131 » Donnerstag 4. Juni 2015, 21:10

Moin,

hab heute morgen auf meiner Suche nach Tipps und Hilfe diesen Thread gefunden und fand ihn ebenso hilfreich wie verwirrend...
Ich habe grade ein sehr ähnliches Problem mit meinem Motor (selber Typ). Laut Vorbesitzer liess sich das Auto nach dem Abstellen nicht mehr starten; Vermutung war ein übergesetzter Zahnriemen, was sich bei der Demontage auch bestätigte; er war ganze 2 Zähne versetzt. (Die Odyssee mit den Markierungen für die Steuerzeiten habe ich jetzt auch hinter mir ;)
Zahnriemen drauf (Markierungen Nockenwellenräder fluchten mit den Markierungen auf dem Gehäuse, Markierung Kurbelwelle auf 3 Uhr) - Kompression gemessen - 11 bar auf allen Töpfen, Restzusammenbau,Startversuch: Läuft wie ein Sack Nüsse... Rechte Zylinderbank läuft (scheinbar) einwandfrei, linke Bank überhaupt nicht?? Die Kerzen sind naß, Zündfunke ist da, alles gut...dann las ich von der Vermutung, daß die Steuerzeiten der Nochenwellen nicht stimmen sollten, also Ventildecken runter und dann sah ich daß beide Nockenwellen genau parallel stehen...bin ich zu blöd, oder ist das normal?
Ich hab mir den Thread durchgelesen, aber die Auflösung fehlt ja (wie so oft)...
Ich lade noch ein Foto hoch, das es genau zeigt!
Hat jemand Unterlagen, Zeichnungen oder Infos, die hier noch nicht stehen, die mir helfen könnten?
Ich möchte den Dicken endlich mal fahren ;)

Gruß Jens
Schlammerfahrener Gummistiefelträger :D

Frontmann

Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Freitag 5. Juni 2015, 08:52

vermutlich haben sich die Nockenwellenräder verdreht, dann passen zwar die Markierungen, aber die Steuerzeiten nicht.

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von jens313131 » Samstag 13. Juni 2015, 14:23

Hallo zusammen,

um dieses Thema mal zu einem Abschluss zu bringen, der anderen die lange Suche zu ersparen, die ich hinter mir habe, hier mal ein Bild von des Rätsels Lösung:

Bild

Bei mir war es die Einlassnockenwelle auf der linken Zylinderbank. Die Nockenwelle ist wohl beim Starten zunächst stehen geblieben, wobei der Stift abgeschert wurde.Nach ca. 90 Grad hat sich die Welle wieder festgesetzt und so getan, als ob nichts wäre :)
Bei der Firma Koenig und Wilhelm aus Münster gab es kostengünstig das passende Ersatzteil und abends lief der Bock wieder. Eine Woche Suche und erfolglose Versuche später, aber das Ergebnis entschädigt um so mehr!
Zuletzt an alle, die ähnliche Probleme haben und daran zu verzweifeln drohen: Manchmal hiflt es ungemein, einfach mal einen Tag auszusetzen und eine Nacht über das Problem zu schlafen, hat bei mir Wunder gewirkt ;)

Gruß Jens
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jens313131
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von jens313131 » Dienstag 11. August 2015, 21:05

Kleines Update:
2 Monate und ca. 2500 km später, morgens auf dem Weg zur Arbeit. Der Wagen springt nicht an, er orgelt, als wäre die Batterie kurz vor'm Exitus, dann springt er zuletzt doch an.Läuft wie ein Sack Nüsse, nimmt das Gas nicht an,stinkt nach Sprit...
Kompression gemessen und siehe da: Linke Bank tot.Also Deckel runter,Nockenwellen überprüft und wieder stimmen die Steuerzeiten für die Einlassnockenwelle nicht.........
Kurz und gut: der gleiche Fehler nach so kurzer Zeit, bei einer nagelneuen Welle...jetzt überlege ich mir eine Alternative zu diesem M5-Bolzen, mal sehen, was mein Maschinenbauer dazu sagt :lol2:

Bild

Ich mag mein Auto trotzdem noch...
Gruß an Alle!
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Frontmann

Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Frontmann » Donnerstag 5. Mai 2016, 08:56

der letzte Beitrag ist zwar ein paar Tage alt, aber eventuell kommt ein Schmiermangel der Nockenwelle in Betracht, der das Verdrehen der Nockenwelle zum Zahnrad verursacht?

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jens313131
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von jens313131 » Donnerstag 18. Mai 2017, 19:10

Hallo zusammen,

da bin ich wieder, um nochmals etwas zu diesem (wenn auch veralteten) Thread zu schreiben.Ich habe kürzlich von einem weiteren Fall mit diesem speziellen Motorproblem gehört, die Ursache klingt ebenso einleuchtend wie einfach: Die (oder der) Katalysator(en) saßen dermaßen zu,daß der Rückstau die Ventile zugehalten und somit das Nockenwellenrad verdreht hat.
Bei meinem Motor ist der Fehler ja gleich zweimal aufgetreten,weil die eigentliche Ursache nicht beseitigt wurde... :-?
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Rainer.M
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Rainer.M » Donnerstag 18. Mai 2017, 20:05

Das geht nicht. Die ventile öffnen sich doch in die brennkammer rein. Wenn im abgaskrümmer oder hosenrohr zu viel Druck ist, dann würde es die ventile eher zwangsöffnen als zuhalten. Tatsächlich würde aber wohl eher ein stehbolzen oder das agr nachgeben. Oder irgendein anderes Teil am Motor wie kolbenringe, zkd etc.

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von rainer124 » Freitag 19. Mai 2017, 07:33

Hallo zusammen,

es scheint für mich an ein Wunder zu grenzen, dass die Kisten mit dieser Konstruktion so lange laufen. :o
Eine Schraube ist nicht dazu ausgelegt radiale Kräfte vor allem in schwingender Form aufzunehmen. :wand:
D.h. sobald sich das NW-Rad vom Sitz gelockert hat bleibt nur noch die Schraube als Fixierelement übrig und den Kräften hält die garantiert nicht Stand (schon gar nicht als M5). Selbst wenn man beispielsweise eine normale Schraube durch eine "Edelstahlschraube" A2 oder A4 ersetzt tritt keine Besserung ein, sondern eine Verschlechterung, da die "Edelstahlschraube" viel spröder ist, d.h. die bricht noch schneller ab. :funny: Abhilfe kann hier maximal eine Schwerspannhülse schaffen. Diese ist schon eher für schwingende Beanspruchung ausgelegt, da diese federnde Eigenschaften besitzt. Aber in dem Fall ist die Schwerspannhülse nicht zielführend.
Wenn ich dieses Problem hätte würde ich folgendermaßen vorgehen: altes M5 Gewinde der NW komplett durchbohren z.B. mit 6 mm, dann im Zahnrad die vorhandene 5mm Nut auf paßgenaue 6mm Nut vergrößern und im Zahnrad 180° gegenüberliegend auch eine 6mm Nut einbringen, so dass ein Passstift (keine Schwerspannhülse) mit 6mm Durchmesser 2x in das Zahnrad eingreift. Paßstift deshalb weil dieser keine Schwächung durch Kerbwirkung (vom Gewinde) hat.
Dann wird das Zahnrad bei der Montage noch mit Loctite hochfest aufgeklebt und das Ding sollte halten. :meinung:
Gruß Rainer

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Matterhorn » Sonntag 4. November 2018, 09:06

Hallo,
mein Problem scheint das gleiche zu sein, wie hier beschrieben.
Alles nach WHB einstellt und Zahnriemen montiert, dass Ergebnis, die linke Zylinderbank läuft nicht richtig mit.
Kerzen funken - Einspritzventile funtionieren - der Wagen stinkt nach unverbrannten Kraftstoff - und bei vorsichtiger Erhöhung der Drehzahl auf ca. 2000U/min hat er Fehlzündungen im Ansaugtrackt/Luftfilterseite. Meine Vermutung: Einlassventile links nicht geschlossen, wenn Zündung.
Rechte Zylinderbank läuft. Hier geht die Drehzahl runter, wenn ich einen Stecker von einer Zündspule ziehe. Linke Z.-Bank hingegen, hier passiert nix, wenn ich einen Stecker ziehe.
Meine Frage: Was ist letztendlich gemacht worden und wie ist es gemacht worden, bei dem "abgescheerten" Sicherungsstift ?
Aufbohren und M6 Gewinde, plus ander Massnahmen habe ich gelesen. Sind diese Massnahmen für eine Nichtfachwerkstatt zu machen ? Ich gehe davon aus, dass alle zu bearbeiteten Teile gehärtet sind.
Ein Austausch der beschädigten N.-Welle kommt nur als allerletztes Mittel in Betracht.
Nächste Frage: Woher soll diese Welle kommen ? Nehme gerne Tip"s entgegen.
Danke für eure Mühe.
Gruß
Michael

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Metaller27 » Sonntag 4. November 2018, 15:49

Du solltest vielleicht einen eigenen Beitrag eröffnen, interessant wäre die Vorgeschichte ob der Fehler spontan aufgetreten ist oder Infolge einer Reparatur oder Zahnriemenwechsels. Um die Steuerzeiten genau zu bestimmen entweder Ventildeckel runter oder per Druckluft in den Kerzenschächten die Ventilöffnungzeiten kontrollieren. Ich tippe einfach auch falsch aufgelegten Zahnriemen.

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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Matterhorn » Montag 5. November 2018, 09:34

Hallo Metaller27,
danke für deine Antwort.
Wenn man/ich im Thema steckt, vergisst man einige wenige Details.
Egel, ob man hundert mal den Text liest oder nicht.
Der Fehler ist nach einem Wechsel des Zahnriemen plus Nebenagregate und des Thermostat, aufgetreten.
Ich Depp, habe kein Bild des "Ursprungzustandes" gemacht, bevor ich den alten Zahnriemen abgenommen habe.
Habe mir die Markierungen (farblich) gemerkt und dachte Das reicht. Nachdem sich dann die Nockenwellen der linken Zylinderbank verdreht hatten und auf der Kurbelwelle, zwei farbliche Markierungen vorhanden sind, ist die Konfusion komplett.
Also habe ich die Einstellung nach Opel-WHB gewählt. Funktionierte nicht. Alles noch mal runter und neu drauf. Augenscheinlich, Alles hundertprozentig. Läuft aber wieder nicht.
Nebenbei das Internet durchforstet. Dies ist nicht immer hilfreich. Macht mehr unsicher als es Hilfe bringt. Wenige Beiträge taugen etwas.
Es gibt ja z.B. Beiträge die auf verdrehte Nockenwellenzahnräder tippen. Dies ziehe ich in meine Überlegungen mit ein, weil die Befestigungsschraube 15mm am Riementriebrad linke Bank, eine andere Schlüsselweite als die Schrauben rechts 14mm hat. Ausserdem ist die schon "zernaddelt". Da hat schon jemand richtig dran gearbeitet. Ferner die Beiträge, dass die Einstellungen im Opel-WHB nicht stimmen. An was soll man sich halten ?
Ist es eigentlich richtig, dass wenn man die Nockewellen auf "Werksmarkierungen" stellt/dreht, beide Seiten in entspannter Stellung sind (kein Druck, von den Ventilen/federn ?
Noch eine Frage, zur Sicherheit, der erste Zylinder ist derjenige in der rechten Zylinderbank vorne und dieser muss auf OT sein, wenn die Werksmarkierungen stimmen ?

Ok, ich nehme erstmal den Vertildeckel runter, um nachtzusehen, wie die Nockenwellen stehen.

Für weitere Tip`s, bin ich sehr dankbar.

Gruss Michael

Metaller27
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Metaller27 » Montag 5. November 2018, 10:02

Beim rechten Zylinder sind alle Ventile geschlossen, Federn entspannt. Beim linken Zylinder ist der Einlass Zylinder 4 (mittlere) geöffnet. OT Kurbelwelle ist 1 zu 1 übersetzt da kannst nichts falsch machen.

Matterhorn
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Matterhorn » Mittwoch 7. November 2018, 20:35

Hallo Mataller27,
noch einmal zum mitschreiben.
Zylinder 1. ist bei der linken Zylinderbank, der Vordere Zylinder. Der muss auf OT. Somit ist das Kurbelwellenantriebsrad / Markierung-halbrund auf Strich an Ölpumpenmarkierung.
Wenn die Markierung der rechtenen Zylinderbank (Nockenwellenantriebsrad-Kerbe) auf Strich am linken Zylinderkopf , sind alle Ventile geschlossen. Somit kein Federdruck auf die Nockenwellennocken. (alles entspannt).
Nun zur linken Zylinderbank !
Wie muss die Markierung des Nockenwellenrad (Kerbe) eingestellt / gestellt werden ??
Laut WHB, muss die Kerbe fluchtig mit dem Strich auf dem Z,-Kopf genracht werden.
Wenn man das macht, sind auch die Nockenwellen der linken Bank ohne Federdruck.
Diese Einstellung ist falsch !!
So läuft die linke Zylinderbank nicht mit.

Soweit ich mich erinnere, war bei Ausbau des Zahnriemen, eine Zylinderbank (Nockenwellen) auf Federdruck. Weiss nur nicht mehr welche.

Wie Du schreibst, muss die Nockenwellen der linken Zylinderbank so gedreht werden, dass der 4. Zylinder (die Ventilfedern) auf die Nocken drückt. Nur wie erkenne ich diese Einstellung, an den Markierungen (Kerben und Stiche) ??

Ein freundlicher Opelhändler / eine Werstatt baut nicht auch den Ventildeckel ab um zu sehen wie die Nocken stehen bzw. zu sehen ob die N.-Räder sich auf der Welle verdreht haben.
Ich habe eine Kopie eines WHB, das muss falsch oder sehr ungenau sein. Denn danach läuft der Motor nicht. Wie schon öfter im Forum bzw. hier im Beitrag erwähnt.
Gibt es nich jemanden hier, der sich damit ultimnativ auskennt und es, für mich, verständlich rüberbringen kann ?
Danke für deine Metaller27 und eure Hilfe.
Gruß
Michael

Metaller27
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Re: Fachthema: Steuerzeiten der Nockenwellensteuerung 6VD1-W

Beitrag von Metaller27 » Donnerstag 8. November 2018, 07:39

Deine Zusammenfassung passt, das Problem bei dem Motor ist eine Grundeinstellung, die grüne Markierung ist 1/3 zu den einzeln Nockenwelle übersetzt. Daher stehen die Nockenwellen nur alle "4" Striche an gleicher Stelle.
Bei einen normalen Zahnriemenwechsel stellst du auf die Markierung, da spielt die Nockenwellenstellung ja keine Rolle solange die Stellung Rechts/Links zueinander passt.

Das Problem tritt immer auf sobald der Motor zerlegt wurde oder eben der Zahnriemen demontiert und anschließend der Riementrieb verdreht wird.

Rechts ist ja ziemlich einfach, links Zündkerze mittlere Zylinder raus und mit Druckluft reinblasen, sobald der grüne Strich oben ist und im Ansaugkrümmer luft kommt passt es.

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