Allrad zuschalten richtig gemacht?

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Rainer.M
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Dienstag 8. März 2016, 17:07

Wolf 1 hat geschrieben:Quizfrage:
Warum funktioniert das Abs mit Allrad und wenn ? :smoke:
Das Problem ist nicht der allrad-antrieb an sich sondern das einzelne Kreise des abs-systems mechanisch fest miteinander verbunden sind. Wenn du zwischen den regelkreisen mechanisch keinen schlupf zu lässt, dann kannst du auch keinen schlupf erkennen und auf einen soll-wert einregeln. Beim Frontera ist der grund das voll sperrende verteilergetriebe.

Wolf 1

Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Wolf 1 » Mittwoch 9. März 2016, 05:41

wenn ihr die Kupplung beim bremsen tretet, sollte es funktionieren, ist bei meinem Nissan so idee
Das Allradkonzept ist das gleiche und ich bin mir ziemlich sicher daß das beim Fronti auch so war hmm

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Frontmann » Mittwoch 9. März 2016, 06:53

Das Betätigen der Kupplung ändert nichts daran, das Vorder- und Hinterachse starr miteinander verbunden sind.
Beim Vectra A hatte Opel aus diesem Grund eine Lellenkupplung verbaut. Die beim Bremsen getrennt wurde.
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von 4matic Günni » Mittwoch 9. März 2016, 21:15

Frontmann hat geschrieben:wo ist da das Risiko?

Man muss halt immer so fahren, dass keiner gefährdet wird, egal ob mit oder ohne ABS. Das verkennen manche halt.

Früher gab es mal Versicherer, die für ABS-Fahrzeuge einen Rabatt gaben. Leider stellte sich aber heraus, dass ABS-Fahrzeuge häufiger in Unfälle verwickelt waren, weil sie mit größerer Risikobereitschaft gefahren wurden und der Rabatt wurde gecancelt. Die Leute dachten, dass die Physik mit ABS ausgehebelt wird.
Risiko= Du fährst ein Auto mit ABS, das aber im Allradbetrieb nicht funktioniert (was ich bezweifele) u. in der Betriebsanleitung wird ansonsten jeder sch..ß groß u. breit behandelt aber nicht auf das nicht funktionierende ABS im Allradbetrieb hingewiesen!

MfG Günter

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Wolf 1 » Donnerstag 10. März 2016, 07:54

Nur mal so rein theoretisch,

Die ABS Sensoren messen die Radgeschw. und greifen dann ein, wenn Abweichungen vorhanden sind.VA+HA sind starr miteinander verbunden bei Allrad.
Es kann trotzdem jedes einzelne Rad aufgrund fehlender Sperren unterschiedlich drehen.
Problem dürfte die größere zu überwindende Kraft der Differentiale sein, das ABS sollte eigentlich funktionieren.
Ich meinte daher das mit drücken der Kupplung das ABS eher funktioniert hmm

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Frontmann » Donnerstag 10. März 2016, 08:02

4matic Günni hat geschrieben:
Frontmann hat geschrieben:wo ist da das Risiko?

Man muss halt immer so fahren, dass keiner gefährdet wird, egal ob mit oder ohne ABS. Das verkennen manche halt.

Früher gab es mal Versicherer, die für ABS-Fahrzeuge einen Rabatt gaben. Leider stellte sich aber heraus, dass ABS-Fahrzeuge häufiger in Unfälle verwickelt waren, weil sie mit größerer Risikobereitschaft gefahren wurden und der Rabatt wurde gecancelt. Die Leute dachten, dass die Physik mit ABS ausgehebelt wird.
Risiko= Du fährst ein Auto mit ABS, das aber im Allradbetrieb nicht funktioniert (was ich bezweifele) u. in der Betriebsanleitung wird ansonsten jeder sch..ß groß u. breit behandelt aber nicht auf das nicht funktionierende ABS im Allradbetrieb hingewiesen!

MfG Günter
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Donnerstag 10. März 2016, 11:03

Genau die Kräfte, die beim fahren im allrad den Antriebsstrang verspannen, wirken auch beim bremsen. Nur das hier der Schlupf zwischen rad und Straße über Bremskraft bzw. über den Schlupf zwischen Bremsscheibe und bremsklotz vom abs optimal eingestellt wird. Die kraft, die beim beschleunigen den antrieb verspannt oder die Räder durchdrehen lässt, verhindert, dass das Abs arbeiten kann.

Nur mal ein Beispiel:
Die Hinterachse(als ein rad im abs-system) und ein rad der Vorderachse haben genau den sollschlupf, also die maximale Bremskraft, bei der das rad noch rollt und nicht rutscht. Das andere rad der Vorderachse steht auf einem Untergrund, wo du eine andere Bremskraft brauchst:

Wenn du in dem Beispiel die einzelne bremse öffnen würdest, würde das rad trotzdem nicht wieder beschleunigen, weil am vorderen differential die anderen beiden Wellen von den anderen bremsen optimal gebremst/festgehalten werden. Selbst wenn du die bremse dieses rad komplett löst, würde es trotz differential von den anderen beiden bremsen immer noch mit gebremst werden und mehr bremsschlupf bekommen als es an die Straße übertragen kann.

Umgekehrt, wenn du das einzelne rad stärker bremst als die anderen Räder, dann bremst du auch die einzelne Welle des Differentials. Damit die anderen beiden Räder(Hinterachse und zweites Vorderrad) von dieser Bremskraft nix merken, müsste mindestens ein ausgang des Differentials den Kraftschluss unterbrechen. Da das nicht der Fall ist, kommt die Hälfte der Bremskraft irgendwie verteilt auch bei den anderen beiden Rädern an. Dort wirkt die kraft zusätzlich zu der bereits optimal eingestellten Bremskraft und übersteuert diese. Zusätzlich kannst du nicht vorherbestimmen, welches der beiden räder wieviel der Bremskraft abbekommt. Schlechtestenfalls springt der Anteil sogar während des regelzyklus von einem rad zum anderen und das system wird komplett unbeherrschbar.

Wolf 1

Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Wolf 1 » Donnerstag 10. März 2016, 19:14

jup,
das das würde "sage ich mal" das sporadische(eingeschränkte) eingreifen des ABS erklären.

Wie schon geschrieben, das ABS arbeitet, aber nicht korrekt oder nur eingeschränkt.

Ein mechanischer/elektr./U-Druck Schalter existiert nicht beim Frontera, der das ABS außer Funktion setzt.

Bei anderen Fahrzeugen wird sofort eine Warnleuchte aktiviert, zusätzlich ertönt ein Warnton bei überschreiten von ungefär 20 km/h
(hier bei meim Nissan beim betätigen der Diffsperre) hmm

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Donnerstag 10. März 2016, 19:24

Klar existiert der: Beim Frontera sagt das allradsteuergerät dem Abs bescheid, das es nichts tun soll. Das ist Funktion und nicht Fehler. Deshalb bleiben auch die warnlampen aus. Außerdem ist ja die allradlampe an...

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von mbl240 » Donnerstag 10. März 2016, 20:12

Hmm, komisch, hier hat doch fast jeder so einen Autowagen. Da kann man dann doch einfach probieren, ob das ABS regelt wenn der Allrad eingeschaltet ist. Das würde die Disskussion ersparen.

Muss mich leider rausnehmen weil ABS defekt.

mfg
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Frontmann » Donnerstag 10. März 2016, 20:21

Diese Idee hatte ich auch schon.
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Aka » Donnerstag 10. März 2016, 22:04

...da muß man eigentlich nix probieren, da die Sache so oder so klar ist. Das ABS muß gar nicht von irgendeinem Steuergerät o.ä deaktiviert werden... die beiden Achsen sind durch den eingelegten Allradantrieb starr verbunden, damit ist das ABS automatisch außer Gefecht gesetzt.
Durch die starre Verbindung können die beiden Achsen nur mit identischen Drehgeschwindigkeiten laufen, damit kann das ABS keine Differenzen feststellen, folglich gibts auch nix zu regeln.

Nur so als Gedankenexperiment, man nehme einen Besenstiel, lasse ihn um die Längsachse rotieren... da wird wohl jeder zustimmen, dass jedes der beiden Enden mit der gleichen Geschwindigkeit dreht und es unmöglich ist unterschiedliche Geschwindigkeiten festzustellen... außer man man bricht den Stiel mit Gewalt entzwei = Umschalten auf 2WD bzw. Bruch einer Kardanwelle / des Verteilergetriebes / etc.

Die einzige Möglichkeit, wo das ABS unterschiedlich Drehgeschwindigkeiten feststellen kann ist zwischen den beiden Seite links und rechts, da auch bei Allrad-Antrieb das Vorderachs- und Hinterachsdiff. offen, also nicht gesperrt ist. Aber dass es da zu irgendeinem sinnvollen regelnden Eingriff durchs ABS kommt glaube ich nicht... das was da als Ergebnis bei rauskommt dürfte maximal unter die Chaos-Theoriefallen.

Ich würde das Fahren mit Allrad oberhalb von Rangier- / Schrittgeschwindigkeiten z.B. im öffentlichen Straßenverkehr bei schneebedeckter Fahrbahn als gefährlich einstufen, da man neben dem ABS auch noch den ALB (Automatisch lastabhängiger Bremskraftregler) außer Gefecht setzt.
Über die starre Verbindung der beiden Achsen werden neben den Antriebskräften auch die Bremskräfte von einer auf die andere Achse übertragen... wird eine Achse überbremst und blockiert, blockiert die andere Achse automatisch auch.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Frontmann » Freitag 11. März 2016, 04:25

Wo ist der "gefällt mir" Button?
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von carawahnsinn » Sonntag 13. März 2016, 10:15

Wo ist der "gefällt mir" Button?
Weis ich nicht, aber ich stimme dir zu, super erklärt. Wobei die mir die Sache mit dem ALB in Verbindung mit einbem LSD nochmal erklärt werden müsste.


Wobei das hier
Zuschaltallrader haben ein "gesperrtes verteilergetriebe".
doch nochmal vom Ersteller auf sachlich und fachliche Richtigkeit überprüft werden sollte.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Bigwaltens » Sonntag 13. März 2016, 11:38

carawahnsinn hat geschrieben:
Wo ist der "gefällt mir" Button?
Weis ich nicht, aber ich stimme dir zu, super erklärt. Wobei die mir die Sache mit dem ALB in Verbindung mit einbem LSD nochmal erklärt werden müsste.


Wobei das hier
Zuschaltallrader haben ein "gesperrtes verteilergetriebe".
gemeint ist bestimmt: gesperrtes Mittendifferential

doch nochmal vom Ersteller auf sachlich und fachliche Richtigkeit überprüft werden sollte.

Olaf
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...wo wir sind ist vorn;
wenn wir hinten sind, ist hinten vorn...
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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von carawahnsinn » Sonntag 13. März 2016, 12:47

Lass das mal den Rainer machen. :meinung:

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Sonntag 13. März 2016, 16:04

Der alb verstellt Bremskraft der Hinterachse. Wenn die Hinterachse gegen die Vorderachse gesperrt ist, dann wird die von den Vorderachsbremsen mit gebremst und der alb kann nicht mehr wirken.

Wenn das Verteiler Getriebe/mitteldiff beim bremsen zu viel kraft auf die Hinterachse lässt, dann bringt irgendwann auch die Bremskraftreduzierung durch alb oder abs an der hinterachse kaum noch Effekt. Beim einfachen zuschaltallrad wie im frontera wird z.b die Hinterachse einfach starr bzw. voll gesperrt im verteilergetriebe mit der Vorderachse verbunden. Das lsd der Hinterachse hat damit nix zu tun.

Bei anderen Fahrzeugen hast du aber auch ein lsd im mitteldiff/verteilergetriebe zB. als haldex oder torsen. Damit kriegst du entweder beim bremsen gar keine kraft von der Vorderachse auf die Hinterachse übertragen oder zumindest so wenig, das die vorderen bremsen nicht zu sehr auf die Hinterachse wirken.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von 4matic Günni » Sonntag 13. März 2016, 17:30

Frontmann hat geschrieben:
4matic Günni hat geschrieben:
Frontmann hat geschrieben:wo ist da das Risiko?

Man muss halt immer so fahren, dass keiner gefährdet wird, egal ob mit oder ohne ABS. Das verkennen manche halt.

Früher gab es mal Versicherer, die für ABS-Fahrzeuge einen Rabatt gaben. Leider stellte sich aber heraus, dass ABS-Fahrzeuge häufiger in Unfälle verwickelt waren, weil sie mit größerer Risikobereitschaft gefahren wurden und der Rabatt wurde gecancelt. Die Leute dachten, dass die Physik mit ABS ausgehebelt wird.
Risiko= Du fährst ein Auto mit ABS, das aber im Allradbetrieb nicht funktioniert (was ich bezweifele) u. in der Betriebsanleitung wird ansonsten jeder sch..ß groß u. breit behandelt aber nicht auf das nicht funktionierende ABS im Allradbetrieb hingewiesen!

MfG Günter
Jegliche Autofahrt birgt doch eine Fülle von Risiken und wenn du nicht daran glaubst, dass das ABS beim Betrieb in 4WD deaktiviert ist, dann ist doch deine Welt in dieser Hinsicht in Ordnung.
Hallo Rainer,

ich habe das gestern probiert und das ABS funktioniert sowohl im normalen Allrad wie auch bei Allrad mit Untersetzung!
Wie gesagt, B Frontera 2.2i Bj. 2003!

MfG Günter

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Frontipet » Sonntag 13. März 2016, 17:51

Ich war auch neugierig und hab´s genau wie Günter ausprobiert. ABS funktioniert bei 4WD sowie bei 4WD Low!
Ich habe einen 5 Türigen B DTI Bj. 2003
„Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.
Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."
T. Heuss

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von 4matic Günni » Sonntag 13. März 2016, 18:14

Rainer.M hat geschrieben:Der alb verstellt Bremskraft der Hinterachse. Wenn die Hinterachse gegen die Vorderachse gesperrt ist, dann wird die von den Vorderachsbremsen mit gebremst und der alb kann nicht mehr wirken.

Wenn das Verteiler Getriebe/mitteldiff beim bremsen zu viel kraft auf die Hinterachse lässt, dann bringt irgendwann auch die Bremskraftreduzierung durch alb oder abs an der hinterachse kaum noch Effekt. Beim einfachen zuschaltallrad wie im frontera wird z.b die Hinterachse einfach starr bzw. voll gesperrt im verteilergetriebe mit der Vorderachse verbunden. Das lsd der Hinterachse hat damit nix zu tun.

Bei anderen Fahrzeugen hast du aber auch ein lsd im mitteldiff/verteilergetriebe zB. als haldex oder torsen. Damit kriegst du entweder beim bremsen gar keine kraft von der Vorderachse auf die Hinterachse übertragen oder zumindest so wenig, das die vorderen bremsen nicht zu sehr auf die Hinterachse wirken.
In der Theorie entstehen Drehzahlunterschiede zw. den einzelnen Rädern nur beim Kurvenfahren! Alles anderes ist schlupf an einem oder mehreren Rädern, da Alle Räder mit der Karosserie verbunden sind sich folglich auch "gleich" schnell drehen müssen, sonst "schlupf" u. das soll ja durch das ABS verhindert werden! Das ABS "sorgt" ja nur dafür das Räder NICHT blockieren u. damit ihre Seitenführungskräfte verlieren!
Das erkennen von Raddrehzahlunterschieden kann aber nicht nur auf vergleichen der Raddrehzahlen basieren, da das z.B. auf einer stark vereisten Fahrbahn nicht funktionieren würde, weil beim kräftigen bremsen alle Räder praktisch sofort stehen würden!?
Ein ABS das erst auf ein "blockieren warten" währe sicherlich auch zuträge, ich denke das die schon einen "Raddrehzahlabfall" ausserhalb einer bestimmten "Rampe" als "ansatz" zum "blockieren" werten u. den Bremsdruck des entsprechenden Rades reduzieren?

Bei meinem "Versuch" gestern, habe ich festgestellt, das bei einer unter 10/20km/h die Räder beim bremsen blockieren u. erst oberhalb dieser Geschwindigkeit das ABS regelnd eingreift!
Und ihr seit sicher, das beim Fronti nicht eventuell schon beim tritt aufs Bremspedal via Bremslichtschalter das Stellglied in der V.-achse "abgeschaltet" wird, nach dem Motto: wer bremst braucht keinen Allrad?

MfG Günter

Wolf 1

Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Wolf 1 » Sonntag 13. März 2016, 20:11

Frontipet hat geschrieben:Ich war auch neugierig und hab´s genau wie Günter ausprobiert. ABS funktioniert bei 4WD sowie bei 4WD Low!
Ich habe einen 5 Türigen B DTI Bj. 2003
genau, hab ich von Anfang an geschrieben.Im direkten Vergleich ohne Allrad, möchte ich behaupten "es funktioniert etwas eingeschränkt" :D

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Mammuth » Sonntag 13. März 2016, 20:12

Mein bescheidenes Wissen zu ABS:
Die Sensoren geben bei Raddrehzahl Impulse, woraus das ABS-Steuergerät eine Referenzgeschwindigkeit errechnet (Mindestgeschwindigkeit).
Die Radimpuldse werden mit den Referenzimpulsen ständig verglichen . Bei Beschleunigung oder Verzögerung wird der Schlupf errechnet.
Danach wird entsprechend Druckhalten, Druckabbau oder Druckaufbau über das Magnetventil gegeben.
Die Vorderräder werden einzeln, die Hiunterräder gemeinsam geregelt.

Ob bei 2WD oder 4WD, ich habe doch immer entweder einen Antrieb am Rad durch Gasgeben, oder eine Verzögerung durch die Bremse.
Beides zusammen ist doch unwarscheinlich. Daher spricht für mich technisch erstmal auch nichts gegen ABS bei 4WD....
Gruß
Bernd

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Sonntag 13. März 2016, 22:23

Du bildest über alle Sensoren einen Mittelwert, um zu wissen, wie stark das gesamtfahrzeug verzögert. Zusätzlich schaust du auf jeden einzelnen Sensor, ob dieser deutlich stärker verzögert, als der Mittelwert. Wenn das der Fall ist, dann hat dieses rad zu viel Bremsschlupf. Aus der Differenz entscheidest du, ob es genügt, den Druck zu halten oder ob du den Druck zurück nimmst. Wenn du den Druck zurück nimmst, dann sollte das rad wieder vom Fahrzeug beschleunigt werden. Wenn du den Druck nur hälst, dann sollte die Verzögerung dieses rades weniger stark sein, als die der anderen Räder. Beide Maßnahmen sorgen also dafür, dass die differenz des einzelnen rades wieder kleiner wird bis die schwelle erreicht ist, das dieses rad wieder zusätzlichen Bremsdruck bekommen kann.

Aber: damit die Räder überhaupt unterschiedlichen Schlupf haben können, darf kein Kraftschluss zwischen den Rädern sein. Am vorderachs-diff kommt aber die kraft von hinten und die kraft von beiden bremsen vorn zusammen. Und du hast kein weiteres diff oder kupplung etc dazwischen, die das verhindert. Das heißt, die Bremskraft, die das einzelne rad auf die Straße übertragen muss, kommt immer auch anteilig von den bremsen der anderen Räder. Du kannst so nicht mehr jedes rad einzeln regeln.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Aka » Montag 14. März 2016, 00:27

Richtig, durch die starre Verbindung -ohne Mitteldifferential- der Räder laufen die Räder in jeder Situation gleich... dadurch stellen die Radsensoren an jedem Rad die gleiche Geschwindigkeit fest und fürs ABS ist alles in Butter ... es gibt nix zu regeln.

Es blockieren entweder alle Räder oder keines... blockiert alles, dann geht das ABS von einem stehenden Fahrzeug aus, auch wenn die Karre mit Reisegeschwindigkeit über ne Eisfläche schlittert.

Das ABS ist darauf angewiesen über unabhängig voneinander drehende Räder Ausreißer von der durchschnittlichen Geschwindigkeit (= z.B. ein blockierendes Rad) festzustellen... sind die Räder durch den Antriebsstrang starr miteinander verbunden gibts keine Ausreißer... hängen ja alle zusammen.

Thema ALB... vermindert der ALB bei nicht beladenem Fahrzeug die Bremskraft auf die Hinterachse damit diese nicht überbremst wird, dann hilft das herzlich wenig, wenn die Hinterräder über den Antriebsstrang zusätzlich die Bremskräfte von der Vorderachse abkriegen.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Wolf 1 » Montag 14. März 2016, 07:06

durch die zwei Diffs an VA und HA kann jedes einzelne Rad unterschiedliche Strecken zurücklegen.
Der Effekt wird nur mit Diffsperren aufgehoben, es spielt keine Rolle ob das Allrad eingeschaltet ist.

Typisches Beispiel; Ein Rad hat Gripp, die anderen 3 keinen, das Fahrzeug wird sich nicht bewegen lassen.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Montag 14. März 2016, 09:18

In deinem beispiel würde es genügen, wenn zwei räder keinen grip haben, eins vorn und eins hinten, weil der motor seine kraft in der mitte einleitet. Aber davon ganz abgesehen:

Mach die Rechnung mal andersrum. Du leitest nicht mehr mit einem motor kraft in der mitte des antriebsstranges ein (und unterbrichst den kraftfluss erst, wenn du an jeweils einen rad der vorderachse und der hinterachse keinen kraftfluss zwischen rad und straße mehr hast.)
Statt dessen leitest du die kraft beim bremsen von außen auf den antriebsstrang ein. Damit der kraftfluss an einer einzelnen bremse durch das abs eingeregelt werden kann, muss mindestens ein weiteres rad den kraftschluss verlieren, damit ein Drehzahlausgleich erfolgen kann. Das heißt, das abs-geruckel an dem einen rad ist entweder komplett wirkungslos oder es führt an mindestens einem weiteren rad bzw. an der Hinterachse zu einem Ausfall der verzögerungskraft bzw. zu einer Beschleunigung.

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von mbl240 » Montag 14. März 2016, 21:21

Dürfte ich nochmals einwerfen, dass empirisch ermittelt wurde, dass das ABS regelt, wenn der 4x4 eingelegt ist ?

mfg
mb

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Montag 14. März 2016, 22:41

Wie soll die Empirie denn aussehen?

Mit eingelegtem allrad bei guten grip eine Kurve mit mind. 20 km/h fahren und schauen, in welche Richtung es beim bremsen geht?

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von 4matic Günni » Dienstag 15. März 2016, 18:15

Rainer.M hat geschrieben:
Mit eingelegtem allrad bei guten grip eine Kurve mit mind. 20 km/h fahren und schauen, in welche Richtung es beim bremsen geht?
Werde ich bei Gelengenheit auf einer Wiese (mit Schnee ist diesen "Winter" wohl nicht mehr zurechnen) ausprobieren!

Ich bleibe dabei, das die funktion des ABS weitestgehendst auch im Allradbetrieb erhalten bleibt! Wenn das nicht der fall wäre, dann gäbe es Garantiert einen entsprechenden Hinweis in der Betriebsanleitung! Das nicht funktionieren oder eine eingeschränkte funktion des ABS nicht in der Betriebsanleitung zu erwähnen, wo man sonst jede Kleinigkeit erwähnt..., das kann sich eigentlich kein Hersteller erlauben!

Gab es den B Fronti auch mit ESP (oder wie das bei Opel auch heißen mag)?
Was steht den in der BA zum Thema ESP u. Allrad?

MfG Günter

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Re: Allrad zuschalten richtig gemacht?

Beitrag von Rainer.M » Dienstag 15. März 2016, 21:56

ESP hat der Fronti nicht. Allrader mit esp/abs und voll sperrbaren differentialen müssen die sperren öffnen oder haben sperren, die auf bremsmomente anders reagieren als auf antriebsmomente. Bsp:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haldex-Kupplung
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Torsen- ... hsgetriebe.

Was es ebenso gibt, das du die sperren in den Differentialen nicht nur öffnest, sondern durch gezielt ansteuerst. Dann bekommst du ein Fahrdynamiksystem, was mit deutlich weniger bremseingriffen arbeitet als ein einfaches esp. Sowas nennt sich torque vectoring oder activ yaw:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Active_Yaw_Control

Aber statisch voll gesperrte Differentiale und Abs/esp funktioniert nicht.

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