Erfahrungsbericht Änderungen an Anhängern

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Erfahrungsbericht Änderungen an Anhängern

Beitrag von Frontmann » Montag 6. Juni 2016, 15:30

Da ja das Thema Anhänger und Änderungen daran schon mal Thema einer heftigen Diskussion (Schweißen an Fahrwerk und Zugrohr) war, möchte ich mal meine Erfahrungen meines letzten Umbaus und dem Prozedere mit der Technischen Überwachungsorgansiation wiedergeben.
Bei dem Anhänger handelte es sich um einen ehemaligen Viehtransportanhänger, Baujahr 1973 mit 1200 Kg Gesamtmasse und einem Leergewicht von 380 Kg.
Es bestanden Defekte an Radlager, Bremsbelägen, Reifen und der Auflaufeinrichtung, sowie der Elektrik. Außerdem sollte der Anhänger eine 100 km/h Zulassung erhalten.
Da der Federspeicher der Auflaufeinrichtung defekt war und das nötige Ersatzteil nicht mehr lieferbar, wurde ein neues Zugrohr mit Auflaufeinrichtung bestellt. Für die 100 km/h-Zulassung sind hydraulische Stoßdämpfer obligatorisch, diese wurde ebenfalls geordert. Der Einbau des Zugrohres gestaltete sich so, dass zuerst die angeschweißten V-förmigen Stützen der vorderen Bordwand vom Zugrohr abgetrennt werden mussten, danach das Rohr angeschraubt wurde und das Bremsgestänge befestigt werden sollte. Die Aufnahme der Bremsseile war am alten Zugrohr geschweißt, die Prüforganisation teilte mir aber in einem Vorgespräch mit, dass nur der Anhängerhersteller Schweißarbeiten an Achse und Zugrohr vornehmen darf. Somit war klar, dass ein Halter angefertigt werden musste und mittels 70er Rohrklemmen an der Zugdeichsel zu befestigen sind. Gleiches galt für die Bordwandstützen.
Dann ging es an die Stoßdämpfer. Lt. Knott sind zwei verschiedene Versionen der Anbringung machbar. Entweder vor, oder hinter dem Rad. Entscheidet man sich für den Anbau hinter dem Rad, hat der Prüfer Einwände, da die Schubwirkung, bzw. der Schubweg der Dämpfer sehr gering ist. Darüber hinaus federt eine sogenannte gummigefederte Achse sowieso kaum und der Prüfer ließ sich während des Gesprächs darüber, wohl versehentlich zu der Aussage hinreißen, dass die Stoßdämpfer bei diesem Achsentyp sowieso nur eine "Alibifunktion" haben und der Anhänger mit und ohne Dämpfer genauso hinterher läuft. Kurzum, er wollte, dass die Dämpfer vor das Rad montiert werden, was jedoch durch eine Traverse als etwas trickreich einzubauen war.
Zu guter Letzt musste noch ein Prüfprotkoll über die Vereinbarkeit der Auflaufeinrichtung, der Übertragungseinrichtung und der Bremsen am Anhänger (Zuordnungsberechnung nach 71/320/EWG Anlage VIII bis einschließlich 98/12/EG unter Angabe der Reifengroße vorgelegt werden. Dann legte der Prüfer los. Es wurde gebremst, Höhe und Länge vermessen, sowie das Leergewicht ermittelt. Das Ganze dauerte ca 2 Stunden und kostete schlappe 120 Euro.
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Wolf 1

Re: Erfahrungsbericht Änderungen an Anhängern

Beitrag von Wolf 1 » Montag 6. Juni 2016, 16:25

gibts auch Bilder von dem Umbau ?

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Re: Erfahrungsbericht Änderungen an Anhängern

Beitrag von Frontmann » Montag 6. Juni 2016, 17:09

Einbauanweisung Stoßdämpfer
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Trennstelle Bordwandstütze an altem Zugrohr
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Aufnahme für Bremsseile an altem Zugrohr
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Berechnungsblatt
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Neues Zugrohr
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Quelle: http://www.anhängerteileshop.de
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